Hohlkammerplatten reinigen – worauf es beim Terrassendach aus Hohlkammerplatten ankommt

Hohlkammerplatten sind bei Terrassenüberdachungen weit verbreitet – sie sind günstig, leicht und lassen sich schnell montieren. Bei der Reinigung taucht dann aber eine Frage auf, die viele überrascht: Wie geht man mit einem Material um, das innen hohl ist und dessen Kammern man von außen nicht wirklich erreichen kann?

Die Antwort ist eigentlich beruhigend: Die Außenreinigung funktioniert ähnlich wie bei anderen Kunststoffplatten. Aber es gibt ein paar Punkte, die man bei Hohlkammerplatten kennen sollte – sonst wundert man sich über Probleme, die eigentlich keine Reinigungsprobleme sind.

Was Hohlkammerplatten genau sind

Hohlkammerplatten – manchmal auch Stegdoppelplatten oder Mehrwandplatten genannt – bestehen aus zwei oder mehr Lagen Polycarbonat oder Acryl, die durch senkrechte Stege verbunden sind. Dadurch entstehen geschlossene Luftkammern, die für Wärmedämmung sorgen und das Material leichter machen als solides Glas.

Die gängigsten Varianten haben zwei Schichten (Doppelstegplatten) oder drei und mehr (Dreifach- und Mehrfachstegplatten). Je mehr Kammern, desto dicker und dämmstärker – und in der Regel auch desto teurer.

Für die Reinigung ist vor allem relevant: Das Material ist Polycarbonat oder Acryl. Beide sind deutlich kratzempfindlicher als Glas und vertragen weder Scheuermittel noch lösemittelhaltige Reiniger.

Das Kammerproblem – und wann es keines ist

Der häufigste Grund zur Sorge bei Hohlkammerplatten: Man sieht plötzlich dunkle Flecken oder einen grünlichen Schimmer im Innern der Platten, der sich von außen nicht wegwischen lässt. Das sieht aus wie Schmutz, ist aber meistens Feuchtigkeit oder Algenwachstum innerhalb der Kammern.

Das ist kein Reinigungsproblem. Es ist ein Dichtungsproblem.

Die Stirnseiten der Platten – also die offenen Kanten an Ober- und Unterseite – werden bei der Montage mit speziellen Abschlussprofilen versiegelt. Wenn diese Profile fehlen, sich gelöst haben oder porös geworden sind, dringt Feuchtigkeit in die Kammern ein. Dort verdunstet sie nicht, weil die Kammern nicht belüftet sind. Stattdessen bilden sich Algen oder Kondenswasser bleibt stehen.

Was dagegen hilft: Die Stirnprofile kontrollieren und bei Bedarf erneuern. Reinigen von außen löst dieses Problem nicht.

Die Außenreinigung – Schritt für Schritt

Für die Außenfläche der Hohlkammerplatten gilt dasselbe wie für andere Polycarbonatplatten: sanft, feucht, ohne Druck.

Was gebraucht wird:

  • Ein Eimer mit lauwarmem Wasser
  • Etwas mildes Spülmittel oder ein für Kunststoff geeigneter Reiniger
  • Ein weicher Schwamm oder ein Mikrofasertuch
  • Für die Arbeit vom Boden aus: eine Teleskopbürste mit Wasseranschluss mit weichen Borsten

Ablauf:

  1. Platte mit klarem Wasser anfeuchten – niemals trocken abwischen
  2. Reinigungslösung gleichmäßig auftragen und kurz einwirken lassen
  3. Mit leichtem Druck in Längsrichtung der Stege wischen – nicht quer
  4. Gründlich mit klarem Wasser abspülen
  5. Möglichst im Schatten oder bei bewölktem Himmel arbeiten, damit der Reiniger nicht eintrocknet

Der Hinweis mit der Wischrichtung ist nicht unwichtig: In Längsrichtung der inneren Stege gibt die Platte minimal nach, quer dazu ist sie stabiler. Wer quer mit Druck wischt, riskiert bei dünnen Platten leichte Verformungen an den Kanten.

Welche Reiniger passen – und welche nicht

Polycarbonat ist ein empfindliches Material, wenn es um Reinigungsmittel geht. Die Oberfläche hat eine UV-Schutzschicht, die bei falschen Mitteln leidet.

Geeignet:

Nicht geeignet:

  • Scheuermittel jeder Art
  • Glasreiniger mit Alkohol
  • Essigressenz oder hochkonzentrierte Säuren
  • Aceton, Benzin, Spiritus oder andere Lösemittel
  • Allzweckreiniger auf Chlorbasis

Ein häufiger Fehler: Weil Hohlkammerplatten manchmal trüb oder vergilbt wirken, versuchen Nutzer, die Trübung mit aggressiveren Mitteln wegzubekommen. Das funktioniert nicht – Vergilbung durch UV-Einwirkung ist ein Materialprozess, kein Oberflächenschmutz. Reinigen hilft dabei nicht, sondern beschleunigt im schlimmsten Fall den weiteren Abbau.

Grünbelag und hartnäckige Verschmutzungen

Hohlkammerplatten mit matter oder leicht strukturierter Oberfläche neigen zu Grünbelag, weil Algenzellen mehr Haftfläche finden als auf glattem Glas. Besonders in feuchten, schattigen Lagen bildet sich nach einem Sommer schnell ein grünlicher Film.

Gegen frischen Belag reicht oft verdünnte Spülmittellösung mit ausreichend Einwirkzeit. Bei älterem, festgesetzetem Belag hilft ein milder Grünbelagreiniger auf Basis von Benzalkoniumchlorid – gut verdünnt und nicht zu lange einwirken lassen. Danach immer gründlich abspülen.

Vogelkot und hartnäckige Flecken sollten zunächst aufgeweicht werden – einfach einen feuchten Lappen einige Minuten drauflegen, dann löst sich fast alles ohne mechanischen Aufwand.

Hochdruckreiniger – eher nicht

Bei Hohlkammerplatten ist ein Hochdruckreiniger noch problematischer als bei massivem Glas. Zum einen besteht die Gefahr, dass an den Kanten Feuchtigkeit in die Stirnprofile gedrückt wird. Zum anderen kann zu hoher Druck bei dünneren Platten strukturelle Schäden an den inneren Stegen verursachen – von außen nicht sichtbar, aber langfristig relevant.

Wer keinen anderen Weg hat, sollte mit sehr geringem Druck, flachem Winkel und großem Abstand arbeiten. Direkt auf die Kanten und Profile sollte der Strahl nie treffen.

Wie oft reicht aus?

Zweimal im Jahr ist eine gute Grundregel – Frühjahr und Herbst. Wer unter Bäumen wohnt oder ein Dach hat, das wenig Sonne bekommt, sollte im Sommer eine dritte leichte Reinigung einplanen, um Grünbelag gar nicht erst entstehen zu lassen.

Regelmäßig und schonend zu reinigen ist bei Hohlkammerplatten deutlich sinnvoller als seltene Intensivaktionen. Das Material dankt es mit längerer Lebensdauer und klarerem Erscheinungsbild.