Wer sein Terrassendach aus Doppelstegplatten reinigen will, stellt schnell fest, dass die üblichen Ratschläge zur Glasreinigung hier nicht so recht passen. Das Material verhält sich anders – empfindlicher auf der Oberfläche, aber auch komplizierter in seiner Struktur. Denn die Hohlräume zwischen den beiden Stegen sind kein unwichtiges Detail. Sie sind oft der Punkt, an dem Schmutz, Algen oder Feuchtigkeit langfristig Probleme verursachen.
Doppelstegplatten bestehen in der Regel aus Polycarbonat oder gelegentlich aus Acryl. Beide Materialien sind kratzempfindlicher als Glas und reagieren auf viele handelsübliche Reinigungsmittel mit Trübung oder feinen Oberflächenveränderungen. Das klingt erst einmal aufwendig – ist es in der Praxis aber nicht, wenn man weiß, was zu tun ist.
Was Doppelstegplatten von Glas unterscheidet
Der offensichtliche Unterschied ist das Gewicht und der Preis – Doppelstegplatten sind leichter und günstiger als Glas. Was viele aber beim Reinigen unterschätzen: Die Oberfläche ist deutlich weicher. Schon ein rauer Schwamm oder eine Bürste mit harten Borsten hinterlässt sichtbare Kratzer, die das Material dauerhaft eintrüben.
Außerdem hat Polycarbonat eine UV-Schutzschicht auf der Außenseite, die im Laufe der Jahre sowieso nachlässt – aber durch aggressive Reiniger oder Scheuermittel deutlich schneller abgebaut wird. Wer hier sparsam mit aggressiven Mitteln umgeht, hat langfristig mehr von seinem Dach.
Ein weiterer Punkt, der beim Reinigen relevant wird: Die Stegstruktur. Zwischen Außen- und Innenschicht verlaufen schmale Kanäle. In die dringt von außen normalerweise kein Wasser ein, aber wenn die Stirnabdichtungen (die kleinen Profile an den Längsseiten) nicht mehr dicht sind, kann sich dort Feuchtigkeit und schließlich Grünbelag bilden – von innen. Das sieht dann aus wie ein Fleck unter der Scheibe, der sich nicht abwischen lässt. Wichtig zu wissen: Das ist kein Reinigungsproblem, sondern ein Dichtungsproblem.
Die richtige Vorbereitung
Vor der eigentlichen Reinigung lohnt ein kurzer Blick auf die Plattenoberfläche. Gibt es schon ältere Ablagerungen, festgetrockneten Vogelkot oder eine dünne Schicht Grünbelag? Dann sollte die Platte zunächst kurz befeuchtet werden – trockenes Abwischen schleift sonst den Schmutz über die Oberfläche.
Am besten funktioniert folgendes Vorgehen:
- Oberfläche mit klarem Wasser vorbefeuchten
- Reiniger auf Basis milder Tenside dünn auftragen
- Kurz einwirken lassen – 2 bis 3 Minuten reichen
- Mit weichem Schwamm oder Mikrofasertuch abwischen, nie schrubben
- Gründlich mit klarem Wasser abspülen
Für die Reinigung vom Boden aus ist eine Teleskopbürste mit Wasseranschluss ideal – sie ermöglicht gleichmäßigen Druck ohne direkten Körperkontakt mit dem Dach und ist bei Doppelstegplatten die schonendste Methode überhaupt.
Welche Reiniger geeignet sind
Für Polycarbonat und Acryl gilt: möglichst mild, auf keinen Fall alkohol- oder lösemittelhaltig. Viele normale Glasreiniger enthalten Alkohol – das ist für Doppelstegplatten ungeeignet, da es die Oberfläche langfristig angreift.
Was funktioniert:
- Klares Wasser reicht für regelmäßige leichte Verschmutzungen oft aus
- Spülmittel in stark verdünnter Form (ein kleiner Spritzer auf einen Eimer Wasser) ist eine einfache Hausmittellösung
- Speziell für Polycarbonat geeignete Kunststoffreiniger liefern die besten Ergebnisse bei stärkeren Verschmutzungen
Was nicht geeignet ist:
- Scheuermilch oder Scheuerpulver
- Alkohol, Aceton oder Lösemittel
- Hochkonzentrierte Essiglösungen (Essigressenz schadet der Oberfläche)
- Hardreiniger auf Zitronensäurebasis in hoher Konzentration
Ein verdünnter Haushaltsessig – also normaler Speiseessig mit 5 % Säure – ist für gelegentliche Kalkanwendungen in Ordnung, aber keine Dauerlösung. Wer regelmäßig damit arbeitet, riskiert Mattwerden der Plattenoberfläche über Zeit.
Der passende Reiniger für Glas- und Kunststoffdächer zeigt, was dabei wirklich auf Doppelstegplatten geeignet ist.
Grünbelag und Algen entfernen
Doppelstegplatten bekommen oft schneller Grünbelag als Glas, weil die matte oder leicht strukturierte Oberfläche mehr Halt für Algenzellen bietet. Vor allem in schattigen Lagen oder unter Bäumen bildet sich schon nach einem Sommer ein grünlicher Film.
Hier hilft ein gezielter Einsatz eines milden Grünbelagreiniger auf Polycarbonat-Basis – gut verdünnt, einwirken lassen, dann abspülen. Mechanisch einwirken sollte man dabei so wenig wie möglich.
Was nicht funktioniert: Den Belag trocken abwischen oder mit trockener Bürste bearbeiten. Das schleift ihn ein und hinterlässt feine Kratzer, in denen sich beim nächsten Mal noch schneller wieder Belag bildet.
Hochdruckreiniger – besser weglassen
Bei Doppelstegplatten ist ein Hochdruckreiniger problematischer als bei Glas. Der Druck kann die Stirnabdichtungen an den Kanten lösen oder aufweichen, was dann dazu führt, dass Feuchtigkeit in die Stegkammern eindringt. Außerdem kann zu hoher Druck die UV-Schutzschicht beschädigen.
Wer trotzdem einen Hochdruckreiniger verwenden möchte, sollte den Druck stark drosseln – unter 60 bar – und mit flachem Winkel und ausreichend Abstand arbeiten. Auf die Kanten und Dichtungsprofile sollte der Strahl dabei gar nicht gerichtet werden.
Wie oft reinigen?
Doppelstegplatten profitieren von regelmäßiger, schonender Reinigung mehr als von seltener, intensiver. Zweimal im Jahr – einmal im Frühjahr, einmal im Herbst – ist eine gute Grundroutine. Bei starker Baumverschattung oder Grünbelagtendenz kann ein dritter Reinigungsdurchgang im Sommer sinnvoll sein.
Wer das Dach regelmäßig abspült, verhindert, dass sich Schmutzschichten festsetzen und aufwendigere Maßnahmen nötig werden.